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Kind am Lächeln

Podcast Frühe Bildung - Spiel

6.1 Spielerisch Lernen: Selbstregulation und Spielbegleitung

Spielen und Lernen sind in der frühen Kindheit eng miteinander verknüpft. Spiel ist aber kein «Selbstläufer», wie Bernhard Hauser, Professor an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen und Leiter des Master Early Childhood Studies betont. Kinder brauchen Kompetenzen in der Selbstregulation, um sich gemeinsam auf das Spiel einzustimmen. Stefanie Thurnheer, erfahrene Kindergartenlehrperson berichtet, wie sie das kindliche Spiel unterstützt.

Literatur aus der Folge:

Weiterführende Literatur:

Video zu Spielsequenz:

6.2 Spielend Lernen: Regelspiele

Lernen in der Frühen Bildung – das geschieht vor allem im Spiel. Trotzdem halten auch Trainings Eingang in die Institutionen. Das muss nicht sein. Bernhard Hauser, Professor an der Pädagogischen Hochschule und Leiter des Master Early Childhood Studies erläutert, warum mit Regelspielen mathematische Fähigkeiten mindestens genauso gut gefördert werden können, wie mit einem Trainingsprogramm. Wie Regelspiele konkret eingeführt und genutzt werden können, zeigt die Kindergartenlehrperson Stefanie Thurnheer auf. Klar ist, Regelspiele bergen viel Lernpotenzial für Kinder – höchste Zeit also, sie mal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Literatur aus der Folge:

6.3 Freispiel: Raumgestaltung und Materialwahl für vielfältige Erfahrungen

Die Raumgestaltung und die Materialien, die den Kindern zur Verfügung stehen, bilden eine Ausgangslage für das kindliche Spiel. Das ist gerade auch beim Freispiel der Fall, wenn die Kinder intrinsisch motiviert ihr Spiel selbständig organisieren und gestalten. Materialien können Erfahrungsräume eröffnen und erweitern, und sie können von den Kindern auch fantasievoll umgedeutet werden.

In dieser Folge beantworten wir die Frage, wie Raum und Materialien bewusst eingesetzt werden können, um vielfältiges Spiel zu ermöglichen, so dass Kinder ihren eigenen Interessen und Lernfeldern nachgehen können. 

Zu Gast ist in dieser Folge Prof. Dr. Franziska Vogt, die Institutsleitern des Instituts Frühe Bildung 0 bis 8 der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Das Spiel ist ein langjähriger, zentraler Forschungsschwerpunkt von ihr. Dabei standen Kinder unterschiedlichen Alters im Fokus. Im Projekt "Puppenstube, Bauecke und Waldtage: (Un)doing gender in Kinderkrippen" entstanden zum Beispiel Erkenntnisse zur gendersensiblen Raumgestaltung und Materialauswahl.  

Unsere Expertin aus der Praxis ist Sabine Lezzie. Sie hat die Ausbildung zur Spielgruppenleiterin absolviert und verschiedene Kurse an der PH St.Gallen besucht. Sie arbeitet seit 28 Jahren in der Spielgruppe. Aktuell leitet sie zwei Spielgruppen in der Stadt St.Gallen. 

Studien zur Folge die frei verfügbar sind: 
 

Hart, L. M., Keller, R., & Perren, S. (2024). Spielzeugfreier Kindergarten: Differentielle Effekte eines Präventionsprojektes zur Stärkung der Lebenskompetenzen von Kindergartenkindern. Kindheit und Entwicklung, 33 (2), 103–110. 

Hollenstein, L., & Vogt, F. (2024). Digital education through guided pretend play. Learning and Instruction, 93(Art. 101945).

Tennhoff, W., Nentwich, J. C., & Vogt, F. (2014). Gender in der Kita. Praxisratgeber für Kitaleitungen. St.Gallen: Universität St.Gallen und Pädagogische Hochschule St. Gallen.

Vogt, F. (2021). (Un)doing gender in den räumlichen Arrangements der Kita. In J. C. Nentwich & F. Vogt (Hrsg.), (Un)doing Gender empirisch: Qualitative Forschung in der Kita (S. 51-82). Wiesbaden: Springer VS. 

Weitere Quellen, die für die Folge verwendet wurden: 

Kübler, M., Buhl, G., & Rüdisüli, C. (2020). Spielen und Lernen Verbinden—Mit spielbasierten Lernumgebungen. Hep.

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Lillard, A. S., Lerner, M. D., Hopkins, E. J., Dore, R. A., Smith, E. D., & Palmquist, C. M. (2013). The impact of pretend play on children's development: a review of the evidence. Psychological bulletin, 139(1), 1–34.



Zosh, J.M., Hirsh-Pasek, K., Hopkins, E.J., Jensen, H., Liu, C., Neale, D., & Whitebread, D. (2018). Accessing the inaccessible: Redefining play as a spectrum.

Frontiers in Psychology, 9, p. 1124,


6.4 Freispiel: Spielbegleitung

Das kindliche Spiel können Fachpersonen auf vielfältige Weise begleiten und anregen. In dieser Folge besprechen wir verschiedene Formen des (Rollen-)Spiels (begleitetes Spiel, geführtes Spiel, freies Spiel) sowie vier unterschiedliche Rollen, die Fachpersonen in der Spielbegleitung einnehmen können: Spielleitung, Mitspieler:in, Coach und Beobachter:in. Welche Rolle Fachpersonen wann einnehmen hängt stark davon ab, wie vertraut die Kinder bereits mit der Spielsituation sind und wo sie noch Unterstützung brauchen. Um die Rollen und verschiedenen Spielformen zu erläutern, verknüpfen wir die Erfahrungsberichte von Spielgruppenleiterin, Sabine Iezzi, mit Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung von Prof. Dr. Franziska Vogt.

Sabine Iezzi hat 28 Jahre Erfahrung in der Leitung von Spielgruppen. Aktuell sind es zwei Spielgruppen in der Stadt St.Gallen. Neben der Ausbildung zur Spielgruppenleiterin sowie verschiedenen Kursen an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen hat sie auch die Ausbildung zum Therapieclown absolviert und Erfahrungen als Rotkreuz-Clown gesammelt.

Prof. Dr. Franziska Vogt leitet das Institut Frühe Bildung 0 bis 8 an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Das Spiel ist ein langjähriger, zentraler Forschungsschwerpunkt von ihr. Ein neueres Projekt heisst «Wir spielen die Zukunft». Dabei wurden Freispielimpulse zum Thema digitale Transformation entwickelt und in verschiedenen Kindergärten umgesetzt. Manche Freispielsequenzen wurden videographiert und ausgewertet. In dieser Folge hören wir einen Ausschnitt aus einer Aufnahme. Weitere Infos zu den Freispielimpulsen inklusive Videos findest du hier: 

Quellen, die für die Folge verwendet wurden:

Hollenstein, L. & Vogt, F. (2026). Spielbegleitung im Fantasie- und Rollenspiel: Sustained shared playing. In: Amberg, L. & (Hrsg.). Interaktion als Dreh- und Angelpunkt erfolgreichen Lehrens und Lernens. Waxmann.

Kübler, M., Buhl, G., & Rüdisüli, C. (2020). Spielen und Lernen Verbinden—Mit Spielbasierten Lernumgebungen. Hep.

Zosh, J.M., Hirsh-Pasek, K., Hopkins, E.J., Jensen, H., Liu, C., Neale, D., & Whitebread, D. (2018). Accessing the inaccessible: Redefining play as a spectrum.
Frontiers in Psychology, 9, p. 1124

Literaturtipp, der frei verfügbar ist:
Vogt, F. (2020). Spielbegleitung. In M. Kübler, G. Bühl, & C. Rüdisüli (Hrsg.). Spielen und Lernen verbinden – mit spielbasierten Lernumgebungen: Theorie - Empirie - Praxis (S. 51-61). Bern: hep-Verlag.

In diesem Podcast weiter zu hören:
Das Projekt «Wir spielen die Zukunft», auf das wir in dieser Folge verweisen, wird in Episode 10.2 genauer vorgestellt. 

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