Jugendliche führen an den Schultheatertagen Ostschweiz ein Stück vor.

Schultheatertage Ostschweiz im kleinen Rahmen

Die Schultheatertage Ostschweiz, die bereits zum siebten Mal stattfinden, sind ein Kooperationsprojekt des Theater St.Gallen, des Theater Bilitz und der Pädagogischen Hochschule St.Gallen. Wegen COVID-19 mussten die diesjährigen Aufführungen im Theaterhaus Thurgau Weinfelden, im Fabriggli Buchs und in der Lokremise St.Gallen von März auf Juni verschoben sowie die Gruppengrössen reduziert werden. Im Zentrum des Projekts stehen die Begegnung und der Austausch mit und über Theater. 

18 Klassen der ersten bis dritten Oberstufe aus den Kantonen St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden haben seit mehreren Wochen Theaterstücke entwickelt, die sie sich an den Schultheatertagen Ostschweiz nun gegenseitig vorführen und auch Feedback austauschen. Ursprünglich waren 24 Klassen angemeldet. Aufgrund der Verschiebung und einzuhaltenden Schutzkonzepte hat sich die Teilnehmendenzahl reduziert. «Sie öffnet das Fenster und…» lautete das diesjährige Thema. Der Satz bietet die Grundlage für die von den Schülerinnen und Schülern entwickelten Theaterstücke. Ansonsten waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Ein wenig Lampenfieber gehört dazu
Kurz vor der ersten Morgenvorstellung in der Lokremise St.Gallen: Einige junge Frauen huschten nervös über die Bühne. «Ich bin schon ganz kribbelig!», so die eine Schülerin zur anderen. Ihre Klassenkameraden gaben sich betont cool, aber auch einigen von ihnen war die Aufregung anzumerken. Doch die gehöre dazu, betonte ihr Klassenlehrer kurz vor der Aufführung. Co-Projektleiterin Kristin Ludin, Leiterin der Fachstelle Theater der PHSG warf ein: «Spielt mit Vollgas, dann kann nichts schiefgehen!» und begrüsste danach gemeinsam mit den Co-Projektleitenden Petra Cambrosio, freischaffende Theaterpädagogin des Theater Bilitz und Mario Franchi, Theaterpädagoge des Theater St.Gallen, das Publikum in der Lokremise St.Gallen. Dieses durfte aufgrund der aktuellen Situation nicht ganz so zahlreich erscheinen wie üblich. Statt dass sich vier Klassen gleichzeitig trafen, waren es heuer jeweils lediglich zwei, die sich ihre erarbeiteten Stücke gegenseitig vorführten. Nach der Begrüssung und einigen kurzen Theater-Aufwärmübungen für alle Anwesenden im Saal, bestritt die erste der beiden Oberstufenklassen ihren grossen Auftritt. 

Enge fachliche Begleitung
Im vergangenen November besuchten die Lehrpersonen der ursprünglich 24 angemeldeten Klassen einen dreistündigen Einführungsworkshop. Darin wurde ihnen vermittelt, wie sie mit ihren Schülerinnen und Schülern an die Themenvorgabe herangehen und ein individuelles Klassenstück entwickeln können. Die beteiligten Schulklassen und ihre Lehrpersonen wurden bei der bühnenorientierten Stückentwicklung von einer Fachperson in Theaterpädagogik begleitet. Diese theaterpädagogische Begleitung umfasste zehn Lektionen und fand zwischen November 2020 und Mai 2021 statt.

Viel Lob und wertvolle Tipps
«Wer spielt schaut zu. Wer zuschaut spielt.» So lautet jeweils das Motto der Schultheatertage. So entsteht eine Art geschützter Rahmen, in dem die Jugendlichen ihre in mehreren Wochen entwickelten Theaterstücke zum Besten geben und dafür wertvolles Feedback vom Publikum erhalten. Die Schauspielerinnen und Schauspieler erhalten nach ihrer Aufführung nicht nur Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler der anderen Klassen. Auch die anwesenden Theaterpädagoginnen und Theaterpädagogen sowie die Klassenlehrpersonen loben und geben Tipps für einen erneuten Auftritt.

Ausblick auf die Schultheatertage 2022
Mitte Juni finden zwei weitere Aufführungstage mit vier Oberstufenklassen im Theaterhaus Thurgau in Weinfelden statt. In Kürze können sich Klassen für die Durchführung im nächsten Jahr anmelden. Die entsprechenden Workshops für Lehrpersonen werden im kommenden Januar angeboten. Die Theaterstücke werden nach dem Workshop erarbeitet und im Mai 2022 aufgeführt. Das Projektteam hofft, dass die achten Schultheatertage Ostschweiz wieder im gewohnten Rahmen durchgeführt werden können. Kristin Ludin freut sich bereits jetzt auf die kommende Saison: «Immer wieder bin ich von der Kreativität, dem Engagement und der Begeisterung, welche die Schülerinnen und Schüler in ihrem Theaterspiel zeigen, fasziniert. Die Schultheatertage Ostschweiz bieten den Klassen die Möglichkeit, Themen, die sie beschäftigen, zu verarbeiten und in ästhetischer Form zu präsentieren.»