Musical «1971: Wybervolk»: Frauenstimmrecht ist Menschenrecht

Am Freitag, 3. Mai 2019 fand die Premiere zum neusten Musical «1971: Wybervolk» der Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) in Rorschach statt. Mehr als 40 Studierende zeigten Einblick in amüsante und bewegende Geschichten der Dorfbewohner in der Zeit um die Abstimmung über das Frauenstimmrecht 1971. Heute Abend können Zuschauerinnen und Zuschauer nochmals mitfiebern. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr.

Radiomoderatorin Katharina begrüsste die anwesenden Gäste mit News des 7. Februars 1971. Ein Wahlrecht sei gemäss ihrer Argumentation nicht nötig. Wie die Presse begründet, sei die Schweiz ein Vorbild in der Hochschulbildung. Ein Drittel der Studierenden ist dabei weiblich. Wenn so viele Frauen an der Universität studieren, warum ist dann ein Wahlrecht notwendig?

«S’hät allles sini Ornig»
Eisi, Gegnerin des Frauenstimmrechts und Intrigantin, fordert die Zuhörerinnen in der Sitzung des Frauenvereins im Sternen dazu auf, sich gegen das Wahlrecht der Frauen einzusetzen. Frauen hätten mit der Hausarbeit schon zu viel zu tun: Wäschewaschen, Kochen, Kinderhüten und den Mann versorgen. Zudem müssen Frauen nicht politisieren, sie können den Mann in seiner Wahl beeinflussen. Das Heiraten ist unter anderem eben dafür da, sich in die Politik einzumischen. Schliesslich hat das weibliche Geschlecht immer Recht!

«Frei wie dr Summerwind»
Das Dorfmädchen Annemarie wurde von ihrem Verlobten Bruno verlassen. Er geht nach Zürich, um an der Universität zu studieren. Für Käthi, ihre romantische und naive Freun-din, kommt dies einem Weltuntergang nahe. Ihrer Meinung nach braucht eine Frau einen Mann. Doch Annemarie möchte eigentlich gar nicht heiraten. Sie möchte das Leben geniessen, vieles erkunden und neues Wissen erschliessen. Diese Einstellung teilt auch Klara, ebenfalls eine Kollegin von Annemarie. Sie war in England, wo Frauen schon seit dem Jahr 1928 wählen dürfen. Ihre revolutionären Absichten bringt sie anschaulich im Lied «Revolting Children» zum Ausdruck. 

Männerausflug nach Zürich
Kari ist ein schüchterner Mann. Gerne hätte er eine Frau, doch er getraut sich nicht einmal jemanden anzusprechen. Sein Kollege Felix hingegen hat damit keine Probleme. Er sieht sich als Männerheld schlechthin. Als bekannter Dorfmacho baggert er jede Frau an und dies, obwohl er bereits mit Bethi verheiratet ist. Felix ist der festen Überzeugung, dass Frauen weder arbeiten noch wählen sollten. Er untersagt Bethi das Arbeiten in der Stadtbibliothek, denn ohne Unterschrift des Mannes darf die Frau in den 70er Jahren nicht beruflich tätig sein. Um Kari zu unterstützen reisen sie gemeinsam mit Eisis Ehemann Peter nach Zürich. Dort besuchen sie ein Freudenhaus und kaufen nebenbei eine Frau für Kari. Kim stammt aus einem fernen Land und wird von den Dorfbewohnern anfangs nicht akzeptiert. Doch nicht alle lehnen das Liebespaar Kari und Kim ab. Anna, Wirtin des Sternen, kümmert sich um sie und setzt sich für die Liebe ein. Schliesslich wird das Stimm- und Wahlrecht für Frauen eingeführt – zur Freude (fast) aller. 

Mit Liedern aus Musicals wie «Gotthelf», «Miss Saigon», «Hair», «Grease» und vielen weiteren Broadway Hits werden die amüsanten und bewegenden Geschichten der verschiedenen Dorfbewohner erzählt. Unter der Leitung von Björn Reifler (Text, Regie), Stéphanie Oertli (Gesang, Chor) sowie Armin Sprenger (Arrangements, Band), spielen, tanzen, singen und begleiten Studierende der PHSG das Stück musikalisch.