Kartenausschnitt Mariaberg

Artists in Residence – Mariaberg wird im Frühling von Künstlerinnen bespielt

Im Februar startete die Ausschreibung zu Artists in Residence. 16 Kunstschaffende aus der Region haben sich beworben. Sieben davon wurden eingeladen, um ihr Projekt der Fachjury der PHSG zu präsentieren. Daraus sind drei Künstlerinnen ausgewählt worden: Asi Föcker, Claudia Marolf und Beate Frommelt. Sie dürfen nun im Frühling 2021 ihrem Schaffen im Garten des Hochschulgebäudes Mariaberg in Rorschach nachgehen. 

Die Idee dahinter

Die kulturelle Bildung hat in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung eine zentrale Bedeutung. Sie soll in einem umfassenden Sinn verstanden und gelebt werden und leistet einen Beitrag dazu, dass zukünftige Lehrpersonen Kulturvermittlung als Teil ihres Berufs erfahren und anerkennen. Die Stiftung Mariaberg lanciert und unterstützt alle paar Jahre ein Kunstprojekt, das mit einer Künstlerin, einem Künstler auf Mariaberg realisiert wird. Die Artists arbeiten während einem Semester auf Mariaberg und ermöglichen damit den Studierenden, Dozierenden aber auch der Öffentlichkeit Einblick in ihr künstlerisches Schaffen und bieten den Studierenden Lehr-/Lernangebote an.

Zwischen den Studierenden und den Kunstschaffenden finden Begegnungen statt. Die Studierenden erhalten einen Einblick in den Prozess und in die Arbeitsweise der Kunstschaffenden. Dies bietet ihnen die Möglichkeit, künstlerisches Arbeiten zu beobachten, durch authentische erlebbare Herangehensweisen von Kunstschaffenden die subjektive Wahrnehmung zu schärfen und im Hinblick auf die eigene berufliche Tätigkeit zu reflektieren. Die PHSG gibt Kunstschaffenden eine Plattform, eigene Kunstprojekte zu realisieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch Publikationen zum Projekt und Anlässe wie Begehungen und Führungen durch Studierende wird sie in der Öffentlichkeit sichtbar.

Ablauf und Zeitplan

Ein Projektteam, das sich aus einer Vertretung der Stiftung (Kristin Ludin), aus Dozierenden im Bereich GMBS (Claudia Sturzenegger, Daniel Schuoler, Silvia Osterwalder, Elisabeth Karrer), aus der Weiterbildung (Pavel Novak) und aus der Studierendenorganisation (Marco Mettler) zusammensetzt, hat aus einer Idee ein Konzept aus zwei Phasen entwickelt. In der ersten Phase, die vom Frühlingssemesterstart bis zum Frühlingsbreak dauert, arbeiten die drei Künstlerinnen an verschiedenen Orten auf Mariaberg an ihren Projekten. Ihr Arbeitsprozess wird für die Studierenden zugänglich gemacht. Es finden Begegnungen, Besichtigungen und Künstlergespräche statt. In dieser Phase werden die Arbeiten und Arbeitsweisen der Kunstschaffenden, sowie deren Themen und Hintergründe erkundet, welche als Basis für die Vermittlungsarbeit oder als Vorbereitung für Präsentationen mit und bei den Kunstwerken dient. In der zweiten Phase, nach dem Frühlingsbreak, werden Führungen mit Schulklassen oder mit der Öffentlichkeit durchgeführt, die von Studierenden geleitet werden. Bei den Kunstprojekten finden kulturelle Anlässe von Studierenden oder Dozierenden statt. Die Präsentationen und Performances können ganz unterschiedlicher Formen sein, wie beispielsweise Lesungen, szenische Darstellungen oder Gesang- und Musikbeiträge. Das Projektteam freut sich auf möglichst viele Ideen aus den verschiedenen Fächern und lädt Dozierende und Studierende ein, das Angebot zu nutzen und daran zu partizipieren.

Die Künstlerinnen und ihre Projekte

Asi Föcker
Licht-Hieroglyphen
Eine experimentelle und seismographische Untersuchung von Licht, Wind und Zeit.

«Als Projektionsfläche interessieren mich die Architektur im öffentlichen Raum und landschaftliche Formationen. Für Mariaberg möchte ich eine Vorrichtung mit justierbaren Spiegeln und Druckfedern entwickeln, mit der ich eine abstrakte Licht-Zeichnung realisieren kann, die durch reflektiertes Sonnenlicht bzw. reflektiertes künstliches Licht auf eine Oberfläche auf dem Campus geworfen wird. Die reflektierten Lichtpunkte sollen durch Wind bewegt werden, wodurch nervöse Linien entstehen.»

Claudia Marolf
Als Ausgangslage und Untersuchungsfeld dient der Ort an sich in baulicher sowie sozial konstruierter Hinsicht.

«Ich sehe meine «Rolle» als Kunstschaffende für das Projekt Mariaberg 2021 aus einer beobachtenden und künstlerisch forschenden Position. Die architektonischen wie auch atmosphärischen Begebenheiten auf dem Gelände der ehemaligen Klosteranlage spielen aus meiner Sichtweise eine zentrale Rolle in dieser Umgebung. Während der zweimonatigen Arbeitsphase vor Ort, möchte ich als «Beobachterin» den Alltag der Studierenden mittels verschiedenster Experimente erforschen. Meine Erkenntnisse werden dann in Form von physisch erlebbaren «Objekten» ersichtlich gemacht.»

Beate Frommelt
Die Gestaltung des westlichen, äusseren Gartens der spätgotischen Klosteranlage Mariaberg bezieht sich in ihrer architektonischen Anordnung auf den Kreuzganggarten im Inneren des Klosters, die Idee des Hortus Conclusus, dem geschlossenen Garten und Ort der Stille.

«Mich interessiert diese streng gestaltete Gartenfläche. Das Spannungsfeld zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit, die Anordnung und Anwendung architektonischer Ordnung und die Bedeutung der Pflanzen und der Bepflanzung sollen näher untersucht werden. In den Räumen des Klosters bin ich auf zahlreiche Abbildungen von Pflanzen und pflanzlichen Ornamente gestossen. Fragmente dieser Formen möchte ich in den Aussenraum bringen. Mit einer Giessmasse zeichne ich die Formen nach, sodass skizzenhafte Abbildungen entstehen, sozusagen frei gezeichnet.»