«Nüt Nada Niet» – eine theatralische Auseinandersetzung mit der Frage nach Bedeutung Dezember 2025
Die Theatergruppe des Freifachs Theater unter der Leitung von Bettina Schneider Weder beschäftigte sich im Herbstsemester 2025 mit der Frage, was im Leben eigentlich Bedeutung hat. Das daraus entstandene Theaterstück «Nüt Nada Niet» wurde zweimal in der Aula aufgeführt und begeisterte das Publikum mit seiner Intensität und Tiefe.
Wie entsteht Bedeutung?
Mit dieser Leitfrage startete die Gruppe in das Semester. Zur inhaltlichen Vorbereitung lasen oder hörten die Studierenden den Roman «Nichts, was im Leben wichtig ist» von Janne Teller. In den ersten Stunden tauschte sich die Gruppe über das Gelesene aus und die Meinungen hätten unterschiedlicher kaum sein können.
Der Roman erzählt von einer siebten Klasse, die von ihrem Mitschüler Pierre Anthon herausgefordert wird. Dieser behauptet, nichts im Leben habe irgendeine Bedeutung. Die Klasse versucht, ihm das Gegenteil zu beweisen, indem sie in einem immer
extremeren Experiment Dinge opfert, die ihnen etwas bedeuten. Was als harmlose Idee beginnt, kippt schliesslich in Gewalt und führt zum Tod Pierre Anthons. Eine verstörende Darstellung von Gruppendynamik, Sinnsuche und Verlust.
Die Studierenden empfanden die Geschichte als zugleich spannend, erschreckend und irritierend. Besonders beschäftigte sie die Frage, ob ein Eingreifen möglich gewesen wäre und ob Jugendliche tatsächlich so egoistisch und unreflektiert handeln könnten.
Vom Roman zur eigenen Reflexion
Im weiteren Verlauf teilte sich die Theatergruppe in kleinere Arbeitsgruppen auf und kehrte nochmals zur zentralen Frage zurück: Was hat in unserem Leben Bedeutung? Immer wieder tauchten ähnliche Themen auf: Familie und Freundschaften, Lebensfreude und Gesundheit, Emotionen und Erinnerungen. Besonders prägend war die Erkenntnis: Sobald man merkt der Verlust tut weh, der Frust wird gross, dann weiss man, dass einem etwas bedeutet.
Es folgten mehrere Intensivtage, an denen sich die Gruppe vertieft mit dem Thema auseinandersetzte. In Kleingruppen wurden Szenen zu ausgewählten Aspekten entwickelt, improvisiert und ausprobiert. Diese ersten Entwürfe bildeten die Grundlage
für das spätere Theaterstück. Aus dem gesammelten Material gestaltete Bettina Schneider Weder ein Skript.
In der nächsten regulären Freifachstunde wurde dieses Skript gemeinsam gelesen. Dabei tauchten viele Fragen auf: Manche Szenen wirkten irritierend, anderes blieb bewusst offen. Bald war klar, dass das Stück die Zuschauenden zum Nachdenken anregen sollte, statt eindeutige Antworten zu liefern. Die Rollen wurden verteilt, und die ersten Proben begannen. Anfangs noch holprig, nahmen die Szenen nach und nach Form an. Durch die Unterstützung und Tipps der Theaterleitung lernten die Studierenden, ihre Rollen besser zu verstehen und wirkungsvoll umzusetzen. Schwierigkeiten wurden offen angesprochen und gemeinsam gelöst.
Am zweiten Intensivsamstag fügten sich die einzelnen Szenen und Übergänge schliesslich zu einem stimmigen Gesamtbild. Man spürte deutlich, wie das Theaterstück «Nüt Nada Niet» zu wachsen begann und wie sicher sich die Studierenden mittlerweile in ihren Rollen bewegten.
Am 7. und 8. Dezember 2025 fanden die beiden Aufführungen statt. Die Mischung aus Nervosität und Vorfreude war deutlich spürbar – und doch schienen die Probleme aus den Proben wie weggeblasen. Die Vorstellungen gelangen eindrucksvoll, die Arbeit zahlte sich aus, und am Ende genoss die Gruppe den verdienten Applaus des Publikums.