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Zwei Kinder mit Lehrperson im Wald

Der Blog zum Projekt

Im Blog informieren wir Sie über die Inhalte und Ideen aus unseren Vernetzungsveranstaltungen.

Journal Club

Zeit: 01.12.2021, 16.00 – 17.00 Uhr
Ort: Zoom-Meeting
Teilnehmende: PH FHNW, PH LU, PH SG, PH SH, PH TG
Der erste «Journal Club» zum Thema «Outdoor Teaching» fand am 01.12.2021 statt. Die Teilnehmenden trafen sich eine Stunde zur Videokonferenz, um gemeinsam den Forschungsartikel Green Schoolyards as Outdoor Learning Environments: Barriers and Solutions as Experienced by Primary School Teachers zu diskutieren. 
Es entstand die Idee (siehe unten) gemeinsamen in einem Forschungsprojekt zu untersuchen, wie sich die Gestaltung oder Pflege eines Gartens an einer Schule oder einer Pädagogischen Hochschule auf die Motivation zur Pflege und Nutzung des Gartens für den Unterricht auswirkt. Interessant war die Erfahrung einer Teilnehmerin, dass bei der Gestaltung eines Schulareals mit Hochbeeten oder sogar einem Garten, auch ein Treffpunkt für Interessierte aus dem sozialen Umfeld entstehen kann.
Ein wichtiges Kriterium für den erfolgreichen Einsatz von «Draussen-Lernräumen» ist, dass diese Lerngelegenheiten sich in nächster Nähe zur Schule oder Hochschule befinden. Ein Minischulgarten, den man mit Studierenden aufbaut, bietet auch die Möglichkeit nach und nach andere Fachbereiche wie Gestalten, Sport, usw. einzuladen und mit ihnen gemeinsam Unterrichtsideen zu entdecken. 
Um «draussen unterrichten» zu vermitteln, braucht es eigene Erfahrungen. Im Journal Club entstand die Idee, ein regelmässiges Angebot von Dozierenden für Dozierende zu entwickeln.  Ein gibt bereits ein online Angebot von unserer Partner-Hochschule der PH FHNW unter der Leitung von Svantje Schumann. Die digitale Ringvorlesung "Outdoor-based learning und Lehr- und Schulgartenbildung" wird gestaltet von interessierten Dozierenden in der Schweiz und Deutschland.

Was hat Schnitzen mit Mathematik zu tun? «Draussen Unterrichten» - Ein Einführungskurs für Studierende aus dem EOT-Projekt 

Zeit: 13.11.2021, 13.00 – 16.00 Uhr
Ort: Wald in Zürich (Altstetten)
Leitung: Franziska Zeller (Kursleiterin Silviva)
Anzahl Teilnehmende: 8 (PH FHNW, PH SG)
Wie lernt man am besten «draussen unterrichten»? Das dachte sich auch das Projektteam der PH St. Gallen, das die Vermittlung des Unterrichtens im Freien in der Lehrpersonen Ausbildung untersucht. Ganz klar, am besten, wenn man es selbst ausprobiert. 
Gesagt getan, also trafen sich acht engagierte Studierende an einem kühlen Novembernachmittag in einem Wald nahe der Naturschule Dunkelhölzli mit Franziska Zeller, Kursleiterin bei der Stiftung Silviva für Umweltbildung. Frau Zeller verteilte Buchstaben und die Aufgabe war nun, passende Naturmaterialien zu sammeln. Im Wald angekommen, wurden die Fundstücke präsentiert. Dabei waren ein Ast, Ahornblätter, braune und gelbe Blätter sowie… Diese Aufgabe war spannend und regte die Kreativität der Teilnehmer:innen an. Neben der lebhaften Diskussion untereinander, interessierten sich die Studierenden besonders für Frau Zellers Erfahrungen aus ihrem eigenen Schulalltag, den sie grösstenteils draussen verbringt.
So zum Beispiel, wie schon die ganz Kleinen ihre eigenen Mathe-Stecken mit scharfen Messern schnitzen. Das warf die nächste Runde pragmatischer Fragen auf: «Wie bereitest du deinen Unterricht im Freien vor? Wie informierst du die Eltern? Was machst du, wenn die Kinder auf die Toilette müssen?»
Begeistert probierten sie, was man zum Fach Mathematik mit einem einfachen 1m-Stecken in der Natur vermitteln und entdecken kann. Im Verlaufe des Nachmittags wurden Ideen für alle Fachbereiche angesprochen und ausprobiert: Sprachrätsel, Bewegungsspiele, Schreiben mit Naturmaterialien, Distanzen schätzen und nachmessen, Feuer machen, Schnitzen oder gemeinsam Geschichten erfinden. 
Mit Franziska Zeller erlebten die Studierenden, auch im Dialog miteinander, einen wertvollen «Natur-Nachmittag», der sie zu eigenen Überlegungen zum Unterrichten im Freien motivierte.
 

Workshop «Outdoor Teaching» mit Dr. Karen Barfod (Dänemark)

Zeit: Samstag, 29.08.2020, 10:00 – 13:00 Uhr
Ort: PH St. Gallen & Stadtpark 
Leitung: Dr. Karen Barfod (VIA University College, Dänemark)

Nachdem das Projekt «Enabling outdoor-based teaching» im November 2019 starte, fand knapp ein Jahr später der erste Workshop zum Thema «Draussenschule in der LehrerInnenausbildung» statt. Dr. Karen Barfod, Dozentin in der Ausbildung für Lehrpersonen in Dänemark, leitete die Teilnehmenden in drei Übungen aus ihrer Lehrpraxis in den Bereichen Mathematik, Muttersprache und Natur, Mensch, Gesellschaft an. Es sind Beispielaktivitäten, die sie mit ihren Studierenden wie auch mit Kindern des Zyklus 1 und 2 durchführt. Dabei lag der Fokus nicht allein auf der Aufgabe, sondern auch auf Teamwork, Schnelligkeit sowie Bewegung und Koordination im Raum. Ein Beispiel einer Geometrie-Aufgabe: Gemeinsam stellen alle Teilnehmenden Winkel mit dem eigenen Körper dar. Danach folgt ein Rennspiel, bei dem sich gleiche Winkel finden müssen. Diese sind auf Karten in Wort und Schrift abgebildet. Wer seinen «Winkel-Partner» gefunden hat, rennt zum vereinbarten Ziel und wieder zurück. Als letzte Übung stehen zwei Personen Rücken an Rücken und laufen auf Kommando los, eine dritte Person steuert die beiden. Durch Antippen der rechten oder linken Schulter muss man sich um 90° nach links oder rechts drehen, je nachdem welche Schulter angetippt wurde, und weiterlaufen. Die dritte Person versucht die zwei anderen so zu lenken, dass sie sich (in 2 Meter) Abstand (Corona-konform) mit den Gesichtern gegenüberstehen. Erhöht wird die Schwierigkeit, wenn nicht je eine Person läuft, sondern zwei, also im «Doppelpack». Dabei müssen jede Person im Doppelpack spüren, wer von beiden an welcher Schulter angetippt wurde und reagieren, also mitlaufen. Da erhöht die kognitive Leistung und macht ungemein Spass. Das Wetter, wichtiges Thema in Diskussionen zum Draussen unterrichten, schenkte uns gleich zu Beginn des Tages Regen. Kein Problem für Karen! Sie erläutert, dass für «Draussen-Lehrpersonen» das Wetter mehr Inspiration zur Flexibilität als Hindernis darstellt. Zum Beispiel kann man das Wetter thematisch aufnehmen oder sich anpassen, indem man einfach früher als geplant ins Schulzimmer zurückkehrt oder einen überdachten Platz findet.
Die Dozierenden der PH St. Gallen, Luzern, Thurgau, eine Kollegin aus der PH Graz sowie Rolf Jucker, Geschäftsleiter von Silviva, der Stiftung für Umweltbildung und Projektpartner, erlebten den Halbtag mit Spass, neuen Ideen für die Lehrpraxis und neuen Fragern, die sie gern im Rahmen des EOT Forschungsprojektes weiter diskutieren wollen.
 

Forschungskolloquium mit Dr. Karen Barfod (Dänemark)

Zeit: 27.August 2020, 16.00-17:30 Uhr
Ort: PHSG
Referentin: Dr. Karen Barfod (VIA University College, Dänemark)

Das Kolloquium wurde von ca. 20 interessierten Zuhörern besucht. Dr. Karen Barfod berichtete über eine anerkannte Schulform in Dänemark, bei der das Unterrichten mit und in der Natur im Vordergrund steht, die «Draussenschule». «Die Draussenschule beschreibt eine Methode, bei der man Teile des Schulalltags in die nähere Umgebung verlegt. Sie beinhaltet damit regelmässige Aktivitäten ausserhalb des Klassenzimmers.», (Jordet, 1998, S.22, übersetzt bei R. Gräfe). Die Merkmale der «Draussenschule» verdeutlichte Dr. Barfod mit Beispielen aus dem Schulalltag wie Fantasie-Erzählungen und Museumsbesuch zum Thema Schifffahrt. Das Besondere dabei war die Verknüpfung des Lernens drinnen und draussen und verschiedener Fachbereiche wie Sprache, Mathematik, Geschichte sowie Natur und Technik. Im zweiten Teil des Kolloquiums berichtete Dr. Barfod über die Ergebnisse aus der quasi-experimentellen, dänischen Studie «TEACHOUT». Ziel der Studie war herauszufinden, wie sich regelmässige «Draussenschule» während eines Jahres auf körperliche Aktivität, akademisches Lernen, Motivation, Wohlbefinden und soziale Beziehungen von Schülerinnen und Schülern auswirkt. In ihrer Doktorarbeit untersuchte Dr. Barfod die Motivation von Lehrpersonen in der «Draussenschule» tätig zu sein. Das Publikum interessiert sich besonders für die Erfahrungen der Lehrpersonen und die spezifische Ausbildung zum «Outdoor teacher» am VIA University College (dieser Punkt wurde am Workshop vertieft). Zur Sprache kam auch die Bedeutung empirischer Studien zum Thema draussen unterrichten und die Komplexität sozialwissenschaftlicher Arbeiten im Kontext der Schule. Ein interessanter Diskussionspunkt trat auf zwischen der Förderung affektiver Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern durch das draussen Unterrichten und der Zielausrichtung des Unterrichts auf der Inhaltsebene. Das Kolloquium schloss mit der Frage, welche Lehrkompetenzen Lehrpersonen insbesondere für das Draussen unterrichten benötigen. Dies ist eine Frage, die das Forschungsprojekt «Enabling outdoor-based teaching» untersucht.