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Teilprojekt: Digitale Medien Volksschule

Das Ziel des Teilprojekts «Digitale Medien» ist die Entwicklung und Erprobung von zukunftsweisenden digitalen Medien für den Unterricht. Digitale Lehr- und Lernangebote unterstützen Lehrpersonen darin, das Potenzial der Digitalisierung im Unterricht nutzen zu können.

Projektübersicht

Im Fokus der ersten Projektphase steht eine Standortbestimmung bezüglich der Lehrmittel und deren Nutzung im Fach Medien und Informatik. Welche Erfahrungen machen St.Galler Volksschullehrpersonen mit den aktuellen Lehrmitteln? Welchen Bedarf und welche Wünsche haben sie an ein zukünftiges Lehr- und Lernangebot? Ergänzend wird die Situation auf dem Lehrmittelmarkt analysiert und Forschungserkenntnisse aufgearbeitet.

Die Analyse der Erfahrungen aus dem Schulfeld fliessen in einen Bericht mit den Erkenntnissen aus der Markterhebung. Dieser Bericht soll Perspektiven und Potenziale für die Entwicklung eines Angebots im Fach Medien & Informatik sichtbar machen. Auf der Grundlage des Berichts prüft der Projektausschuss und der Bildungsrat, ob in einer zweiten Projektphase ein innovatives digitales Lernangebot für die Volksschule entwickelt wird.

Das Teilprojekt wurde vom Projekt- und vom Programmausschuss der ITBO am 06.11.2020 zur Umsetzung freigegeben.

Bericht «Lehrmittel im Fachbereich Medien und Informatik»

Das Teilprojekt «Digitale Medien VS» fokussiert die Thematik Lehrmittel im Fachbereich Medien und Informatik der Volksschule. Mit dem Analysebericht aus Phase 1, welcher vom Projektausschuss verabschiedet und nun dem Programmausschuss vorgelegt wird, liegt die Standortbestimmung bezüglich der Lehrmittel und deren Nutzung im Fachbereich Medien und Informatik vor. Der Bericht verbindet die Erfahrungen der Schulpraxis und deren Bedarf an digitalen Lehr- und Lernangeboten für das Fachgebiet Medien und Informatik mit aktuellen Erkenntnissen aus der Forschung und mit einer Analyse des Lehrmittelmarktes.

Einsatz von Lehrmitteln im Unterricht

Die Analyse der aktuell auf dem Markt angebotenen Lehrmittel zeigt, dass seit der Verankerung des Fachbereichs Medien und Informatik im Lehrplan verschiedene Lehrmittel entwickelt wurden. Basierend auf den Daten aus der schriftlichen Befragung von 926 St. Galler Volksschullehrpersonen, zeigt sich folgendes Bild zum Einsatz von Lehrmitteln im Unterricht: Über die Hälfte aller Lehrpersonen (52.6%) setzte zum Zeitpunkt der Befragung kein unterrichtsleitendes Lehrmittel im Fachbereich Medien und Informatik ein, 35.5% der Lehrpersonen nutzten das Lehrmittel inform@21, 4% connected (die Bände der Lehrmittelreihe für den 3. Zyklus lagen zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht vor) und 3% den Medienkompass. Die Unterschiede zwischen den Zyklen sind gross, wobei die Lehrpersonen der 5./6.Klassen grossmehrheitlich ein Lehrmittel nutzen. 76.2% der Kindergarten-Lehrpersonen, 57.5% der 1.-4.Klasslehrpersonen und 55.2% der befragten Oberstufen-Lehrpersonen setzen hingegen kein Lehrmittel ein.

In der Umfrage wurden die Lehrpersonen, die ein Lehrmittel einsetzen, um ein Feedback zu diesem Lehrmittel gebeten. Die beiden Lehrmittel inform@21 und connected werden von den Lehrpersonen als praxistaugliche Lehrmittel eingeschätzt, mit welchen im Unterricht strukturiert und sinnvoll gearbeitet werden kann. Die Lehrmittel ermöglichen die Bearbeitung der vom Lehrplan vorgegebenen Kompetenzen. Aus der Lehrpersonenbefragung kommt jedoch auch deutlich hervor, dass die Unterrichtserfahrung mit dem Lehrmittel und dem Fachbereich Medien und Informatik noch relativ gering ist. Aus der Befragung der über 2500 Schülerinnen und Schüler wird deutlich, dass die Motivation der Schülerinnen und Schüler für Medien und Informatik hoch ist.

Bedürfnisse an ein Lehr- und Lernangebot im Fachbereich Medien und Informatik

Im Fokus der Erhebung standen auch Erwartungen und Bedürfnisse an ein zukünftiges, praxistaugliches Lehr- und Lernangebot. Nach Einschätzung der Lehrpersonen im Fragebogen und in den Interviews soll ein Lehr- und Lernangebot folgende Aspekte zwingend beachten: Lebensweltbezug und Aktualität, Orientierung am Lehrplan, digitales Format, Passung zwischen Lerninhalt und Mediendidaktik. Die Lehrpersonen wünschen sich zudem mehr Unterstützung im Bereich der Beurteilung (Instrumente für formative und summative Beurteilung), mehr Unterstützung in der Binnendifferenzierung (unterschiedliche Kompetenzniveaus) und im Umgang mit Heterogenität. Zudem sollen Aufgabenstellungen in Lehr- und Lernangeboten handlungs- und problembasierten Unterricht begünstigen und unterschiedliche Lehr- und Lernformen zulassen. Auch im Rahmen von mehreren Interviews mit Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern wurden Orientierungspunkte für ein neues, innovatives Lehr- und Lernangebot diskutiert. Ausgangspunkt des Lernens soll nach Ansicht der Fachdidaktikexpertinnen und -experten ein Interesse weckendes Phänomen mit einer echten Fragestellung sein. Der Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler ist wesentlich. Durch diese Herangehensweise lassen sich Inhalte des Fachbereichs Medien und Informatik integral in anderen Fächern bearbeiten. Im Weiteren benennen die Expertinnen und Experten die Relevanz von Kollaboration als Ergänzung zu den Entwicklungen in Richtung individualisiertes und personalisiertes Lernen und den Anspruch, analoge Erlebniswelten mit den digitalen Möglichkeiten lernförderlich zu verzahnen. Darüber hinaus verdeutlicht der Bericht auch das grosse Potenzial von digitalen Lehr- und Lernumgebungen.

Der Zusammenzug der Erkenntnisse aus der Marktanalyse, aus der Recherche zu Trends und zu Forschungserkenntnissen sowie der Befragung der Schulpraxis zeigen Entwicklungslinien im Themenfeld digitale Lehr- und Lernangebote auf. Der Programmausschuss entscheidet, wann und in welchem Umfang der Analysebericht veröffentlicht und wie das Teilprojekt weitergeführt wird.  

Projektfahrplan auf einen Blick

Projektziel: Es soll für das Fach Medien & Informatik ein innovatives, zukunftsweisendes digitales Lernangebot für die Volksschule entwickelt werden. 

November 2020 Der Teilprojektauftrag wurde vom Projekt- und Programmausschuss freigegeben.
Dezember 2020 - Januar 2021 Gewinnung von Schulen, die an der Befragung teilnehmen
Dezember 2020 -  Januar 2021 Erhebung der aktuellen Marktsituation
Februar - März 2021 Fragebogenerhebung bei Lehrpersonen und Schüler/innen
März - April 2021 Interviews bei Lehrpersonen, Schüler/innen und bei Experten
Mai - August 2021 Zusammenfassung aller Erkenntnisse in einem Abschlussbericht
Januar 2022 Der Projektausschuss und der Bildungsrat haben sich aufgrund des Analyseberichts entschieden, die Phase 2 des Teilprojekts nicht umzusetzen. 

Beteiligte Institute der PHSG und Ämter: 

Logo zITBOx

Erkenntnisse und Produkte 

Ein Anliegen aus den einzelnen Projekten im Schwerpunkt Volksschule und Mittelschulen ist der niederschwellige und zeitnahe Zugang zu Erkenntnissen und Produkten für Lehrpersonen und Schulleitungen. 

Auf der Transfer- und Vernetzungsplattform «zITBOx», welche speziell für die ITBO-Projekte geschaffen wurde, werden Informationen und Erkenntnisse zugänglich gemacht. Projektmitarbeitende und Schulen berichten in Stories unter anderem von ihren Erfahrungen aus den laufenden Arbeiten an den Projekten.

zum Teilprojekt «digitale Medien» auf der «zITBOx»

Kontakt

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Müller-Friedberg-Strasse 34
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