Buchvernissage: Individualisierende Gemeinschaftsschule Demokratie und Menschenrechte leben und lernen

Rund 80 Personen nahmen Mittwoch, 12. September 2018 an der Buchvernissage von Heidi Gehrig teil. In über zehn Jahren Arbeit hat sie mehrere Schulen bei ihrer Entwicklungsarbeit begleitet und liess die Involvierten zur Feier des Tages persönlich zu Wort kommen. 

«Individualisierende Gemeinschaftsschule» - Demokratie und Menschenrechte leben und lehren. So lautet der Name des 192 Seiten umfassenden Werkes. Sieben Schulen aus sieben Kantonen stellen darin ihre Projekte vor, wie sie eine demokratische Schulkultur leben. Insgesamt zwölf Impulse zeigen den Leserinnen und Lesern mögliche Ansätze auf.

Wie machen wir Politik in der Schule?
Prof.  Jürg Sonderegger, Leiter Regionale Didaktische Zentren, begrüsste die Anwesenden mit der Frage «Wie machen wir Politik in der Schule?». Die gesellschaftlichen Entwicklungen stellten die Lehrerinnen und Lehrer vor Herausforderungen. Demokratie lerne man nicht, wenn man über sie rede, sondern wenn man sie lebe. Heidi Gehrig, führte in ihren Worten aus, dass es hierzu kein Rezept gäbe. Vielmehr habe sie Lehrpersonen und Schulen bei der Suche nach Antworten geholfen und sie begleitet. Um die Vielfalt dieser Lösungen aufzuzeigen, übergab sie das Wort den anwesenden Vertreterinnen und Vertreter des jeweiligen Impulses. Kinder aus Heiden stellten ihre Arbeit in der Schülerkommission von, Jugendliche aus Wil, wie sie ihre Schule für eine Woche in eine Stadt mit Stadtregierung verwandelten, Lehrpersonen, wie bei ihnen Kinder bei der Vollversammlung mitbestimmen können, das Menschenrechtszentrum aus Luzern, wie sie mit einer Schule ein Kinderrechtslabel entwickelt haben usw.

Als Lehrperson professionell handeln
Eine Schule, die Demokratie und Menschenrechte lebt, basiert auf Anerkennung und Beteiligung. Susanne Bernet und Martina Weber haben mit ihrer «Gesprächskommode für Standortgespräche mit dem jungen Kind» ein Werkzeug entwickelt, das Kinder dabei unterstützt über ihr eigenes Leben zu erzählen. 18 Schubladen bieten die Möglichkeit, um über schulische Inhalte zu sprechen. Die Gegenstände in den Schubladen öffnen die Gespräche zu unterschiedlichsten Themen. Die Tatsache, dass die Kinder etwas in die Hand nehmen können, motiviert die Kinder Aussagen zu ihrem Schul- oder Kindergartenalltag zu machen. Somit kann die Lehrperson mit dem Kind und den Erziehungsberechtigten nächste Lernschritte ausloten und vereinbaren. Im Fokus steht dabei die Anerkennung und Selbstreflexion.

Pragmatische Zusammenarbeit
Christian Graf, Projektleiter Schulverlag plus, liess sich zum Schluss nicht nehmen, die grossartige Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule St.Gallen zu betonen. Sein Dank ging an Heidi Gehrig für ihren unermüdlichen Einsatz und allen Beteiligten für die unkomplizierte Zusammenarbeit. Bei einem gemütlichen Apéro tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Erfahrungen aus.