Umfeldanalyse als Mittel strategischer Planung

Die Umfeldanalyse ist ein wichtiges Instrument der strategischen Planung. An den Hochschulen wird sie durchgeführt, um die Entwicklungstendenzen im Bildungswesen zu identifizieren. Erst durch die Erkenntnis der Potentiale, der Entwicklungsprognosen innerhalb der Bildungslandschaft, des bildungspolitischen und wirtschaftlichen Umfelds wird eine zielgerichtete Strategieplanung möglich. Sie dient auch dazu, die aktuellen und potenziellen Herausforderungen im Bildungswesen zu erkennen.   

Methodische Überlegungen

Um das komplexe Umfeld einer Hochschule zu analysieren, ist es wichtig, verschiedene Handlungsebenen einzubeziehen. Es müssen diejenigen Stakeholder berücksichtigt werden, die einen aktiven Einfluss auf die Zukunft der Bildungslandschaft ausüben. Dazu gehören vor allem das bildungspolitische Umfeld, die Legislaturplanung auf der Ebene des Bundesrates, des Kantons und der interkantonalen Gremien (bspw. die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK)). Die Gesetzgebung sowie die strategische Planung der genannten politischen Institutionen können Informationen liefern, in welche Richtung sich die Schweizer Bildungslandschaft in den kommenden Jahren bzw. Jahrzehnten entwickeln wird und sind damit wichtige Wegweiser zur strategischen Planung einer in dieses politische Umfeld eingebetteten Hochschule. 

Darüber hinaus müssen in der Umfeldanalyse auch die aktuellen Trends und Entwicklungen der Hochschullandschaft (mit besonderer Beachtung hochschultypspezifischer Faktoren) berücksichtigt werden. Dies ermöglicht zum einen, die Tätigkeitsfelder der Konkurrenz besser kennen zu lernen und zum anderen die aktuellen Herausforderungen und Innovationen im Hochschulbereich zu identifizieren. Eine wichtige Informationsquelle sind hier hochschulübergreifende Gremien (bspw. swissuniversities), in denen Entwicklungsprojekte und strategische Ziele einzelner Hochschultypen definiert werden. 

Zudem ist es für die pädagogischen Hochschulen besonders wichtig, sich mit den aktuellen und prognostizierten Entwicklungstendenzen der (kantonalen) Volksschule zu befassen. Der zentrale Auftrag der PH besteht nämlich in der Ausbildung der Lehrkräfte. Die Kenntnis der geplanten und in den letzten Jahren durchgeführten Massnahmen zur Entwicklung der Volksschule kann damit eine wichtige Rolle bei der Festlegung der strategischen Ziele einer PH spielen. Hilfreich sind hier auch die Prognosen für die Entwicklung der Schülerinnen- und Schülerzahlen sowie des Lehrkräftebedarfs, die vom Bundesamt für Statistik (BFS) erstellt werden. 

Weiter soll eine Umfeldanalyse auch wirtschaftliche Entwicklungstendenzen beinhalten. Relevant sind hier unter anderem die Arbeitsmarktsituation des Hochschulpersonals, das geplante Hochschulbudget (z.B. Entwicklung der Staatsbeiträge) und die Förderungsprogramme, die den Forschenden und Dozierenden in der nächsten Zukunft zur Verfügung stehen werden. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine Umfeldanalyse Aussagen über die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungstendenzen des Bildungswesens in der für eine Hochschule relevanten Umgebung beinhaltet. Sie berücksichtigt auch aktuelle Entwicklungen der Hochschullandschaft und der für die Hochschule relevanten Stakeholder. Die Kenntnis dieser Tendenzen ist eine wichtige Voraussetzung für die Erarbeitung einer erfolgreichen Hochschulstrategie.

Umfeldanalyse an der PHSG

Die kommende Strategie der PHSG wird sich auf folgende Quellen stützen: (1) den vom Kanton St.Gallen bestellten Mehrjährigen Leistungsauftrag, (2) die Entwicklungsziele, die sich aus dem aktuellen Akkreditierungsverfahren ergeben, (3) die bisherige Strategie 2015-2020 und (4) die im Sommer 2018 durchgeführte Umfeldanalyse. Die Umfeldanalyse berücksichtigt die bildungspolitische Strategie des Bundes, des Kantons St.Gallen und der EDK, die aktuellen Entwicklungen der nationalen und internationalen Hochschullandschaft (mit Schwerpunkt auf die Pädagogischen Hochschulen), die Analyse des Lehrkräftebedarfs im Kanton St.Gallen, die Prognosen für die Entwicklung der Studierendenzahl, die Trends in der Volks- und Berufsschule sowie das hochschulrelevante wirtschaftliche Umfeld.

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