CP4PE: WEAVE-Forschungsprojekt unter Leitung der PHSG
Der Schweizerische Nationalfonds und die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördern das dreijährige Forschungsprojekt «Core Practices in Physical Education, Teacher Education, and Continuing Professional Development» (CP4PE). Das von der Pädagogischen Hochschule St.Gallen koordinierte Projekt untersucht Kernpraktiken im Sportunterricht und entwickelt wissenschaftlich fundierte Grundlagen für die Aus- und Weiterbildung von Sportlehrpersonen.
Viele angehende (Sport-) Lehrpersonen erleben den Übergang von der Ausbildung in die Berufspraxis als anspruchsvoll. Eine zentrale Herausforderung besteht darin, wissenschaftliches und fachdidaktisches Wissen in konkreten Unterrichtssituationen angemessen anzuwenden. Hier setzt CP4PE an. in einer Vorstudie, welche im Rahmen der Erarbeitung des Projektantrags durchgeführt wurde, sind acht Kernpraktiken für den Sportunterricht identifiziert worden. Im Projekt werden diese auf der Grundlage von Forschung, fachlicher Anforderungen und des Bildungsauftrags des Sportunterrichts im deutschsprachigen Raum präzisiert. Darauf aufbauend werden Beobachtungsinstrumente und weitere Erhebungsinstrumente entwickelt, mit denen die kernpraktikenbezogenen Performanzen angehender und berufstätiger Sportlehrpersonen valide, reliabel und objektiv erfasst werden können.
Internationale Kooperation
Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Matthias Baumgartner vom Institut Bewegung, Sport und Gesundheit (IBSG-PHSG). Als Mitantragstellende wirken Prof. Dr. Erin Gerlach von der Universität Hamburg, Jun.-Prof. Dr. Wiebke Langer mit Projektstandort an der Universität Potsdam und Prof. Dr. Stefan Meier von der Universität Augsburg mit. Clemens Berthold (IBSG-PHSG) hat an der Ausarbeitung des Antrags mitgewirkt und ist im Projekt als Postdoktorand vorgesehen.
Als Projektpartner unterstützen Prof. em. Urban Fraefel (PH FHNW), Prof. Dr. Alexander Gröschner (Universität Jena) und Prof. Dr. Richard Göllner (Universität Potsdam) das Vorhaben. Zudem arbeiten 20 ausgewiesene thematische Expert:innen aus der Schweiz (z.B. Dr. Eric Jeisy, IBSG-PHSG; Prof. Dr. Flavio Serino, PH Luzern), Deutschland und Österreich an der Entwicklung, der Spezifikation und der Operationalisierung der Kernpraktiken mit.
Fördervolumen von rund 1,4 Millionen Franken
Der SNF bewilligt der PHSG für das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren einen Forschungsbeitrag von CHF 613'334. Die DFG fördert die drei deutschen Teilprojekte mit insgesamt EUR 805'593. Das gesamte Fördervolumen an den vier Projektstandorten beträgt damit umgerechnet rund CHF 1,37 Millionen.
Für die PHSG bietet das Projekt die Möglichkeit, die zentralen Kernpraktiken im Sportunterricht gezielt in die Aus- und Weiterbildung zu integrieren. Die entwickelten Kernpraktiken und die Beobachtungsinstrumente sollen künftig eine Grundlage für Lerngelegenheiten, Unterrichtsbeobachtungen, Feedback und die gezielte Weiterentwicklung der kernpraktikbezogenen Performanzen der (angehenden) Sportlehrpersonen bilden.
«Mit CP4PE können wir Forschung, Hochschullehre und Berufspraxis eng miteinander verbinden. Wir freuen uns sehr über die Förderung und werden die damit verbundene Verantwortung mit grosser wissenschaftlicher Sorgfalt und einem hohen Praxisbezug wahrnehmen», sagt Projektleiter Matthias Baumgartner.