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PISA 2025: Schweiz weiterhin stark im internationalen Vergleich – Rückgang in Lesen und Mathematik

Fachstelle Bildungsmonitoring des IPP massgeblich beteiligt

Am Dienstag, 08.09.2026, wurden die Ergebnisse der internationalen Schülerleistungsstudie PISA 2025 veröffentlicht. Der internationale Ergebnisbericht der OECD ist unter oecd.org abrufbar, der nationale Ergebnisbericht mit Fokus auf die Schweiz unter pisa-schweiz.ch. 

Von 2023 bis 2026 war die Fachstelle – in Zusammenarbeit mit Fachdidaktiker:innen der PHSG sowie nationalen und internationalen Forschenden – in allen Projektphasen involviert: von Aufgabenentwicklung und -review über die Durchführung der Erhebung und die Kodierung der Schülerantworten bis zu den Analysen mit Fokus Schweiz. Mitarbeitende der Fachstelle testeten gemeinsam mit geschulten Testadministrierenden rund 5000 15-Jährige in 179 deutschschweizer Schulen (Sek I und Sek II). Der Testablauf folgte international höchsten Standardisierungsvorgaben, um Qualität und Vergleichbarkeit der Ergebnisse weltweit sicherzustellen. Neu wurden die Tests bei PISA 2025 erstmals online über die Infrastruktur der Schulen durchgeführt.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Schweiz zählt über alle vier getesteten Kompetenzbereiche zu den 20 leistungsstärksten Ländern. Zentrale Aufgabe bleibt die Sicherung des Mindestkompetenzniveaus – besonders bei sozial benachteiligten Jugendlichen und solchen, die zu Hause ausschliesslich eine andere Sprache sprechen. Wie in den meisten Ländern und im OECD-Durchschnitt zeigt sich gegenüber früheren Jahren ein signifikanter, kontinuierlicher Leistungsrückgang in Mathematik und Lesen; in den Naturwissenschaften blieben die Leistungen gegenüber 2022 und auch 2015 stabil. Bemerkenswert ist die Zunahme leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler, die in Lesen und Mathematik das Kompetenzniveau 2 nicht erreichen.

PISA 2025 rückt zudem stärker kontextuelle und lernrelevante Aspekte in den Fokus: Der OECD-Bericht definiert "kompetente Lernende" neu über zwei Dimensionen – fachliche Leistung und Lernengagement. Für beide sind schulische Faktoren wie Unterrichtsqualität zentral: Die Wahrnehmung genereller Unterrichtsqualität hängt mit den naturwissenschaftlichen Leistungen und dem fachbezogenen Engagement zusammen, bei fachspezifischen Aspekten zeigt sich ein gemischtes Bild. Personal- und Ressourcenengpässe scheinen für die wahrgenommene Unterrichtsqualität relevant zu sein.

Auch überfachliche Aspekte wurden untersucht: Der Anteil berichteter Mobbingerfahrungen liegt 2025 auf dem Niveau von 2018, aber höher als 2022. Erstmals wurde auch nach Cybermobbing gefragt: 3.7 Prozent der Schweizer Schülerinnen und Schüler sind mehrmals monatlich betroffen. Höhere Lebenszufriedenheit, ein stärkeres schulisches Zugehörigkeitsgefühl sowie mehr familiäre Unterstützung gehen mit weniger Mobbingerfahrungen einher.

Viel Beachtung fand die Nutzung digitaler Medien und künstlicher Intelligenz: Schweizer Jugendliche nutzen digitale Medien fürs Lernen unterschiedlich stark – je nach Sprachregion und sozialer Herkunft –, und greifen für Lernaktivitäten häufiger auf KI zurück als Jugendliche in den Vergleichsländern und im OECD-Durchschnitt. Smartphones und soziale Netzwerke prägen die Freizeit vieler Jugendlicher, die meisten nutzen sie täglich mehrere Stunden. Da PISA querschnittlich angelegt ist, lassen sich keine kausalen Zusammenhänge zwischen Mediennutzung und Leistung ableiten – die Ergebnisse liefern aber Ansatzpunkte für Vertiefungsanalysen und den schulischen Umgang mit digitalen Medien.

Im Zentrum von PISA steht nicht das Länder-Ranking, sondern die Frage, wohin sich Bildungssysteme entwickeln sollen und welche Rolle neben fachlichen Leistungen weitere Lerndimensionen spielen. Angesichts des Klimawandels und der raschen digitalen und KI-getriebenen Entwicklungen gewinnt diese Mehrdimensionalität des Lernens zusätzlich an Bedeutung – und sollte in Bildungszielen und Schulentwicklung konsequent mitgedacht werden.

Gesamtbericht und Kapitel mit Beteiligung der Mitarbeitenden der Fachstelle Bildungsmonitorings des IPP

Erzinger, A. B., Pham, G., Denecker, C., & Salvisberg, M. (Hrsg.). (2026). PISA 2025. Die Schweiz im Fokus. Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606

Kapitel 1:
Erzinger, A. B., Denecker, C., Pham, G., Salvisberg, M., Baron, F., Fragoso, T., & Bollmann, S. (2026). Ziele und Inhalte. In A. B. Erzinger, G. Pham, C. Denecker, & M. Salvisberg (Hrsg.), PISA 2025. Die Schweiz im Fokus (S. 5–15). Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606

Kapitel 3.3:
Arnold, E., Roos, E., Salvisberg, M., Erzinger, A. B., & Fragoso, T. (2026). Bildungswege von 15-Jährigen in der Schweiz nach Sprachregion. In A. B. Erzinger, G. Pham, C. Denecker, & M. Salvisberg (Hrsg.), PISA 2025. Die Schweiz im Fokus (S. 47–58). Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606

Kapitel 4.1:
Kolovou, D., Pham, G., Petrucci, F., & Denecker, C. (2026). Zusammenhänge schulischer Faktoren und wahrgenommener Unterrichtsqualität mit naturwissenschaftlicher Leistung und Lernengagement. In A. B. Erzinger, G. Pham, C. Denecker, & M. Salvisberg (Hrsg.), PISA 2025. Die Schweiz im Fokus (S. 60–65). Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606

Kapitel 4.2:
Langerock, N., Pham, G., & Petrucci, F. (2026). ICT-Nutzung in und ausserhalb der Schule. In A. B. Erzinger, G. Pham, C. Denecker, & M. Salvisberg (Hrsg.), PISA 2025. Die Schweiz im Fokus (S. 66–75). Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606

Kapitel 4.3:
Arnold, E., Langerock, N., & Delavy, F. (2026). Mobbing und Wohlbefinden an Schweizer Schulen. In A. B. Erzinger, G. Pham, C. Denecker, & M. Salvisberg (Hrsg.), PISA 2025. Die Schweiz im Fokus (S. 76–82). Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606

Kapitel 5:
Pham, G., Erzinger, A. B., Denecker, C., & Salvisberg, M. (2026). Diskussion. In A. B. Erzinger, G. Pham, C. Denecker, & M. Salvisberg (Hrsg.), PISA 2025. Die Schweiz im Fokus (S. 84–91). Universität Bern. https://doi.org/10.48620/99606

Weitere Informationen über PISA 2025

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Sekretariat Institut Pädagogische Psychologie

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Schweiz

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