Porträt Palmiro Stoop

Das Gelernte in den Alltag übertragen und verinnerlichen 

Marco Palmiro Stoop ist Lehrer an der Oberstufe Flade in St.Gallen. Im Interview erzählt er, warum er die Intensivweiterbildung Elementa an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen besucht hat und was er daraus mitnimmt in den schulischen Alltag.

Warum hast du dich für die Teilnahme an der Weiterbildung Elementa entschieden?

Zuerst wurde ich von unserem Schulleiter auf diese Weiterbildung aufmerksam gemacht. Dann habe ich vorgängig an der «Summer school» teilgenommen und dort bereits einige Tools kennengelernt. Ich dachte: das tut wahnsinnig gut. Ich mochte die Kombination zwischen Tools, wie man mit sich selbst und mit anderen Menschen umgehen kann und den schönen Ausflügen, die wir gemeinsam unternommen haben. Ich konnte mich erholen und auftanken. 
Vor der Anmeldung zur Summer School habe ich einen Informationshalbtag besucht, denn ich hatte etwas Bedenken. Die Ausschreibung tönte für mich etwas «schöngeistlerisch». Ich konnte mir schlecht vorstellen, was so eine Weiterbildung bewirken könnte.

Welche Erwartungen hattest du? Was war dir wichtig?

Mir ging es darum, Kraft zu tanken. Bei der «Summer School» habe ich gespürt, wie gut es tut, wenn man schaut, was gut funktioniert und dies geniessen kann. Das war für mich ein neuer Ansatz! Es war fremd und so neu, dass ich es weiter verinnerlichen wollte. 

Wie konntest du profitieren? Was hat dich überrascht?

Ich hatte die Möglichkeit, mich selbst besser kennenzulernen. Wo stimmt etwas nicht, wo behindere ich mich selbst und was ist die Ursache? Aber auch, wie gehe ich mit Schülerinnen und Schülern um, wie gestalte ich den Unterricht? Welche positiven Ereignisse könnte ich bewusster wahrnehmen? Ich habe mich gefragt, warum negative Ereignisse so viel Gewicht bekommen können und wie ich die Balance wiederherstellen kann.
Begeistert haben mich die vielen Tools, Kommunikationshilfen, Konfliktlösungsmöglichkeiten und die psychologischen Erklärungsmodelle dahinter, die mir helfen, mich selber und andere besser verstehen und begleiten zu können. Daher ist es gut, dass Elementa länger dauert als beispielsweise die einwöchige Summer School. Es braucht Zeit, das Gelernte in den Alltag zu übertragen und zu verinnerlichen. Es tat gut, dies zu üben und sich mit Kolleginnen und Kollegen über die Erfahrungen auszutauschen.

In der Schlussphase übten wir, das Gelernte in den Alltag zu «visualisieren» und uns so darauf vorzubereiten. Ich glaube, so können wir vieles vorausdenken und neu agieren. Aus unseren Unterlagen und unserem Ressourcenpool werde ich auch später wieder vieles hervorholen.

Was findest du gut am Konzept von Elementa? Würdest du die Teilnahme weiterempfehlen?

Ich glaube, jede/r könnte profitieren. Man muss jedoch bereit sein, das Negative, das man mitbringt, loslassen zu können. Durch die ganze Ausbildung zog sich dasselbe Ziel, mit unterschiedlichen Herangehensweisen: nicht auf Schwächen «herumreiten», sondern sich freuen über das, was da ist und was gelingt. Dies lässt sich auch auf die Arbeit in der Schule übertragen: Das Kind bei dem abholen, was es gut kann. Die Freude darüber hilft, auch das Schwierige anzupacken.
Ich merke auch in meinem privaten Umfeld enorme Veränderungen. Ich kann in gewissen Situationen ganz anders reagieren.

Was wird rückblickend bleiben?

Es wird Nachhaltigkeitstage geben. Wir hatten eine sehr spannende Gruppe mit einem sehr intensiven, offenen Austausch. Da wir alle aus dem Schulbereich kommen, mussten wir uns nicht viel erklären und konnten schnell über Lösungsansätze reden. Ich hätte nie gedacht, dass wir so persönliche Themen so offen diskutieren könnten. Das war bereichernd und wir können alle etwas mitnehmen voneinander.

Ich habe mir vorgenommen, auch im Team in der Schule anders zu kommunizieren. Ich freue mich bereits darauf, neue Ideen ins Team einzubringen! Es ist wichtig, richtig miteinander zu reden, nicht nur zwischen Stuhl und Bank. Und wie man aufeinander zu geht.

Vielen Dank für das Gespräch!