LiSA

Lernende im Spannungsfeld von Ausbildungserwartungen, Ausbildungsrealität und erfolgreicher Erstausbildung (LiSA)

The Challenges of VET-trainees: Career expectations, the reality of vocational training
and the attainment of professional qualification

Der Übertritt von der Sekundarstufe I in die Berufsbildung und das erfolgreiche Durchlaufen der beruflichen Grundbildung stellt für Jugendliche eine Herausforderung dar. Insbesondere für schulisch schwächere Jugendliche besteht nach dem Eintritt in die Berufslehre die Gefahr eines Lehrabbruchs oder des Versagens bei der Lehrabschlussprüfung. Das Projekt LiSA untersucht die Bedingungen eines positiven Ausbildungsverlaufs vom Eintritt in die Ausbildung bis zur Lehrabschlussprüfung.
Eine erfolgreich abgeschlossene berufliche Grundbildung erleichtert den Eintritt in den Arbeitsmarkt und gilt als Garant beruflicher Integration, was positive Konsequenzen hat für das Wohlbefinden eines Menschen. Gemäss den nationalen PISA-Befunden verfügt in der Schweiz rund ein Fünftel der Jugendlichen am Ende der Schulzeit lediglich über minimale Kompetenzen. Diese Jugendlichen werden als "Risikogruppe" bezeichnet, weil sie besonders gefährdet sind, den Übertritt in die Berufslehre und das Durchlaufen der beruflichen Grundbildung nicht erfolgreich zu meistern. Im Projekt LiSA werden Jugendliche, die in eine 3-jährige berufliche Grundbildung in Gesundheits- und Pflegeberufen oder in Berufen des Baugewerbes eintreten, sowie deren Lehrbetriebe über den gesamten Verlauf der Ausbildung hinweg mehrfach befragt. Ein besonderes Augenmerk wird auf Lernende gerichtet, die bereits zu Beginn durch schwache schulische Leistungen auffallen und für die das Risiko eines Lehrabbruchs oder eines Misserfolgs bei der Lehrabschlussprüfung besteht.
Das Projekt ist als Längsschnittstudie angelegt. Es hat zum Ziel, die Bedingungen eines positiven Ausbildungsverlaufs im ersten, zweiten und dritten Lehrjahr zu untersuchen. Als Merkmale einer erfolgreichen Ausbildung interessieren die "output-Variablen" Leistung und Zufriedenheit sowie die Absicht, die begonnene Ausbildung bis zur Lehrabschlussprüfung fortzusetzen bzw. nach Abschluss der beruflichen Grundbildung im erlernten Beruf zu bleiben. Bei den Bedingungsfaktoren wird den Lernorten Lehrbetrieb und Berufsfachschule sowie der Herkunftsfamilie besondere Beachtung geschenkt.
Das Projekt verspricht Erkenntnisse darüber, welche Faktoren einen erfolgreichen Verlauf der beruflichen Grundbildung begünstigen. Die Erkenntnisse sollen in (1) die Berufswahlvorbereitung auf der Sekundarstufe I, (2) die Ausbildung in Lehrbetrieb und Berufsfachschule sowie (3) die planerischen, koordinierenden und steuernden Tätigkeiten des Amts für Berufsbildung einfliessen. Für die Fachwelt verspricht das Projekt Aufschlüsse darüber, inwiefern sich die Selbstbestimmungstheorie sowie theoretische Ansätze aus der A&O-Psychologie auf die Ausbildung von Lernenden übertragen lassen.

Keywords
Berufsbildung, Berufslehre, Berufswahl, Übertritt, Ausbildungsverlauf, berufliche Kompetenz, Ausbildungszufriedenheit, Lehrabbruch, Arbeitsplatzmerkmale, Motivation
vocational education and training (VET), apprenticeship, career choice and progression, transition, occupational competence, job satisfaction, education dropout, job characteristics, motivation

Projektleitung
Dr. Simone Berweger

Projektteam
lic. phil. Samuel Krattenmacher, lic. phil. Patrizia Salzmann

Auftraggeber
Schweizerischer Nationalfonds SNF (DORE)

Praxispartner
Amt für Berufsbildung  des Kantons SG (Herr Werner Aemisegger)
GBSSG (Herr Lukas Reichle)
BZGS (Herr Rolf Sutter)
BZSL (Herr Heinz Bolt)
Stellwerk (Frau Claudia Coray)
ZbW (Herr Andreas Schubiger)

Laufzeit
01.06.2010 - 01.02.2013 (32 Monate)

Projektbeschrieb PDF