Focus PHSG 2012: Pädagogischer Eros. Wie viel Gefühl ist in der Schule erlaubt?




Man lernt nur von dem, den man liebt (Goethe). Schülerinnen und Schüler lernen nicht allein aus Liebe zum Fach und erfolgreiches Lernen ist immer mit Emotionen verbunden. Wo und wie schenkt Schule den Freiraum für geistige, auch emotionale Zuneigung, ohne körperlich zudringlich zu werden? Auf diese und andere Fragen antworten sechs ausgewiesene Experten und Expertinnen in Focus PHSG.

Daten und Titel

27. Februar 2012: Pädagogischer Eros vs. Sexualität. Kulturgeschichtlicher Überblick über die Problematik des pädagogischen Eros.
05. März 2012: Subjektivität ist die Voraussetzung für Objektivität. Zum Gefühl als privilegiertem Interpretationszugang.
12.März 2012: Beziehung und Bildung - was erwarten Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrpersonen und Peers?
19. März 2012: Sexualität und Recht. Was ist nicht geregelt, aber problematisch?
26. März 2012: Grenzen, Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe - Prävention heisst Schutz für Kinder und Lehrpersonen
2. April 2012: Diesseits von Hysterie und Vorsicht: Bildung bleibt eine erotische Affäre.

Zeit und Ort

jeweils 18.15 bis 19.45 Uhr, in der Aula des PHSG-Hochschulgebäudes Hadwig, Notkerstrasse 27, 9000 St.Gallen

Literatur zu den Themen von Focus PHSG

Der medienverbund.phsg hat für Sie eine Auswahl von Medien zur Veranstaltungsreihe "Focus PHSG- Pädagogischer Eros. Wie viel Gefühl ist in der Schule erlaubt?“ zusammengestellt. Die Medien sind in der Mediathek Hadwig in St.Gallen ausgestellt und liegen an den Focus PHSG-Abenden auf einem Büchertisch auf.
Nach der Veranstaltungsreihe (ca. Ende April 2012) stehen die Medien wieder am üblichen, in der Liste angegebenen Standort.

Literaturliste zu Focus PHSG 2012

Gesamtprogramm Focus PHSG

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Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen


27. Februar 2012: Pädagogischer Eros vs. Sexualität. Kulturgeschichtlicher Überblick über die Problematik des pädagogischen Eros.
mit Prof. Dr. Jürgen Oelkers, Erziehungswissenschaftler, Professor an der Universität Zürich

Das antike Konzept des platonischen Eros ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Publikationen verwendet worden, um "Nähe" in pädagogischen Beziehungen zu begründen. Das gilt besonders für die Theorie der Landerziehungsheime, die "Nähe" idealisiert hat. In Wirklichkeit handelt es sich um eine Herrschaftsform, wie nicht erst die Missbrauchsfälle an der deutschen Odenwaldschule gezeigt haben. Der Vortrag wird auf das Verhältnis von Eros und Herrschaft in der deutschen Reformpädagogik eingehen, die tatsächliche Praxis aufzeigen und am Ende auf die Frage eingehen, was daraus für die Zukunft der Reformpädagogik folgt. Diese Frage wird in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung heute diskutiert und der Vortrag versucht eine Antwort zu geben.


5. März 2012: Subjektivität ist Voraussetzung für Objektivität. Zum Gefühl als privilegiertem Interpretationszugang.
mit Prof. Dr. Jürgen Belgrad, Professor für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik, Pädagogische Hochschule Weingarten.

Detailliertes Abstract des Vortrags von Jürgen Belgrad zum Download

12. März 2012: Beziehung und Bildung - was erwarten Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrpersonen und Peers?
mit Dr. Diana Raufelder, Pädagogische Psychologin, Nachwuchsgruppenleiterin an der Freien Universität Berlin

Diana Raufelder wird in ihrem Vortrag die Bedeutung sozio-emotionaler Faktoren (insbesondere Lehrer-Schüler-Verhältnis, Schüler-Schüler-Verhältnis) im schulischen Lernprozess thematisieren. Im Rahmen des Vortrags werden verschiedene empirische und theoretische Ansätze vorgestellt und aus einer interdisziplinären Perspektive (Erziehungswissenschaft, Psychologie, Neurowissenschaften, Kulturanthropologie) neu betrachtet und diskursiv erörtert. Implikationen für die Schulpraxis werden kritisch diskutiert.

Detailliertes Abstract des Vortrags von Diana Raufelder zum Download

19. März 2012: Sexualität und Recht: Was ist nicht geregelt, aber problematisch?
mit Dr. Hermann Blöchlinger, Leiter Schulpsychologischer Dienst des Kantons St.Gallen und Leiter Krisenintervention

Soll eine Lehrperson für «Ordnung in der Garderobe sorgen»? Sollen Lehrpersonen mit Schülerinnen am Lager-Unterhaltungsabend tanzen? Wer sorgt wie für «Ruhe im Klassenlager»? Solche Fragen stellen sich im Schul-Alltag, und eigentlich sind sie banal. Trotzdem stellt sich dabei immer wieder die Frage von«Nähe und Distanz» bis hin zur Frage, inwieweit Sexualität eine Rolle spielt. Die Kriseninterventionsgruppe des Schulpsychologischen Dienstes bearbeitet Problemsituationen in diesem Bereich. Ausgehend von konkreten Fällen wird beleuchtet, wo die problematische Situation wie ihren Anfang nahm (auch: Charakteristika solcher Situationen), was allenfalls als nicht mehr statthaft für eine Lehrperson betrachtet werden muss und wo die strafrechtliche Relevanz beginnt.

Detailliertes Abstract des Vortrags von Hermann Blöchlinger zum Download

26. März 2012: Grenzen, Grenzverletzungen, sexuelle Übergriffe - Prävention heisst Schutz für Kinder und für Lehrpersonen.
mit Christiane Weinand, Sexualpädagogin, Stellvertretende Leiterin Fachstelle MIRA.

Verantwortliche von Behörden, Institutionen wie auch Lehrkräfte haben die ethisch anspruchsvolle Aufgabe, auf die Kinder, Jugendlichen und ihre Bedürfnisse einzugehen, ohne die erforderlichen Grenzen der Intimität zu überschreiten oder gar persönliche sexuelle Bedürfnisse im Kontakt zu befriedigen. Christiane Weinand von der Fachstelle mira zeigt auf, was Behörden und Lehrpersonen tun können, um im Spannungsfeld zwischen Prävention sexueller Ausbeutung und gesunder Beziehungsgestaltung, den Schutz von Kindern, Jugendlichen und auch Lehrpersonen zu verbessern.

Detailliertes Abstract des Vortrags von Christiane Weinand zum Download

02. April 2012: Diesseits von Hysterie und Vorischt: Bildung bleibt eine erotische Affäre.
mit Dr. Ludwig Hasler, Publizist und Philosoph