Agogis PHSG

Impulsveranstaltung PHSG und Agogis

Rund 70 Fachpersonen aus dem Tagesstruktur- und Schulbereich nahmen an der Impulsveranstaltung zum Thema «Tagesstrukturen: Schule, Betreuung und Freizeit gemeinsam gestalten» teil. Der Anlass wurde vom Zentrum Frühe Bildung der PHSG in Zusammenarbeit mit der Agogis Zürich Ende November im Kaufleuten Zürich durchgeführt.

Verbindung von Betreuung, Schule und Freizeit
Schulische Tagesstrukturen, in der Praxis auch oft Schulhort genannt, sind institutionelle Betreuungsangebote für Kinder im Kindergarten- und Schulalter. Tagesstrukturen bieten vor und nach dem Schulunterricht Betreuungsmodule an, welche an den Schulunterricht anschliessen und so eine ganztägige Betreuung sicherstellen. Kinder verbringen einen beträchtlichen Teil ihrer schulfreien Zeit in Tagesstrukturen und es ist daher anzunehmen, dass diese Institutionen ihren Alltag massgeblich prägen. Schule, Betreuung und Freizeit werden in der Schweiz jedoch vielfach als klar getrennte Systeme betrachtet, die sich im besten Fall nahtlos aneinanderreihen.

Die Impulsveranstaltung nahm sich der für die Kinder wichtigen Verbindung der Lebenswelten Betreuung, Schule und Freizeitgestaltung an. In zwei Referaten und acht Tafel-runden wurden Fragen zur Umsetzung diskutiert: Was sind gute Tagesstrukturen? Wie gelingt es, diese verschiedenen Lebenswelten zu vernetzen? Welche Rahmenbedingungen sind für eine gute pädagogische Qualität in Tagesstrukturen erforderlich? Wie können Leitungs- und Fachpersonen aus Bildung und Betreuung für die Gestaltung der Tagesstrukturen interdisziplinär zusammenarbeiten? Zusammen mit den teilnehmenden Fachpersonen wurden die vielfältigen Anforderungen an Schule, Tagesstruktur und Familie analysiert.

Aufschlussreiche Referate und spannende Diskussionen in den Tafelrunden
Andrea Faeh vom Zentrum Frühe Bildung der PHSG berichtete in ihrem Referat «Schulergänzende Tagesstrukturen: Ein Puzzle für Fortgeschrittene» über die Bedürfnisse von Kindern und Eltern und die Erwartungen der Politik an schulergänzende Tagesstrukturen, sowie die Arbeitsbedingungen des Betreuungspersonals und die Führungsverantwortung der Leitungspersonen. André Woodtli vom Amt für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich erörterte in seinem Vortrag zu «Über Strukturen „für“ statt „von“ Familien reden (und nachdenken)“ die historische Entwicklung der Konzepte Familie und Beruf und plädierte für einen Fokus auf die Gemeinsamkeiten der beiden Lebenswelten und eine stärkere Koppelung ebendieser.

Im Anschluss an die Referate standen acht Tafelrunden zur Auswahl. Die unterschiedlichen beruflichen Kontexte der Teilnehmenden ermöglichten spannende und aufschlussreiche Diskussionen zu den Herausforderungen von Betreuungs-, Lehr- und Leitungspersonal der Tagesstrukturen und Schulen. Der Austausch zwischen dem Fachpersonal, sowie die gegenseitige Wertschätzung wurde als sehr wertvoll und wichtig für die Verbindung der Lebenswelten Schule, Betreuung und Freizeit betrachtet. Begegnungsräume in Schulen und Tagesstrukturen wurden von den teilnehmenden Fachpersonen als Austauschgefäss und Möglichkeit zum Perspektivenwechsel geschätzt und sollten gefördert werden. Zudem wurden die Leitungen der Schule und Tagesstrukturen aufgefordert, vermehrt zusammenzuarbeiten und ihr Personal untereinander zu vernetzen. Es zeigte sich, dass im Bereich der Tagesstrukturen und insbesondere in der interdisziplinären Zusammenarbeit ein grosses Forschungs- und Ausbildungsdefizit besteht. Das Zentrum Frühe Bildung und die Agogis Zürich ziehen aus dem Abend eine positive Bilanz. Das Interesse am Thema Tagesstrukturen und die Verbindung der Lebenswelten des Kindes war deutlich spürbar und bestärkte die Verantwortlichen des Zentrums Frühe Bildung und der Agogis, die Thematik weiterzuverfolgen.